Es war ein Gefühl von Kopfschmerzen,
Ein Stechen in meiner Brust
Eine Enge, Viele Gänge
Doch was fehlte? Lebenslust
Kein Blick mehr für die Zukunft
Die Leben einem gibt
Nur der bittere Ton von Abschied
Während das Radio Daylight spielt
Und dann war da das Reh
Es blickte mich an
Beinah Neugierig, überrascht
Hat es mich und seine Welt
Mit all seinen Sinnen erfasst
Mit einer Spur von Argwohn, Nervosität
Stand es dort und hat sich nicht bewegt
Stand einsam auf der Spur
Und wartete nur
Kennt ihr das Reh, dass einsam auf der Straße steht?
Geblendet vom heran rasenden Auto, sich einfach nicht bewegt
Die Gefahr im Verzug
Doch was macht das? Es wartet ja nur
Im Dämmerlicht der Motor röhrt
Reaktor Blitze ungestört
Der Tachozeiger rast noch weiter
Vernunft bleibt aus, noch stoppt ihn keiner
Doch was macht das
Er wartet ja nur
Damit, einen Gang zurückzuschalten
Sich einfach mal zurückzuhalten
Das Reh verfällt in Panik
Mit Angstschweiß auf der Haut
Hat verstanden was ihm graut
Doch erstarrt und blickt geradeaus
Dem hellen Tunnel entgegen
Atmet ein, erfüllt von Leben
Die Katastrophe ist perfekt
Der Fahrer hats noch nicht entdeckt
Und wir warten gespannt
Schauen uns Filme über Apokalypsen an
Und irgendwann
Frag ich mich dann
Wann fangen wir eigentlich an
Wir alle
Sind das Reh
Wir kennen die Gefahr
Und bleiben doch stehen
Aber das hier
Ist die Rehalität
Und warten wir noch länger
Ist es ganz sicher schon zu spät
Was ich sagen will:
Es gibt einen Weg
Wir können der Klimakatastrophe noch ausweichen
Doch dafür müssen wir uns losreißen
Von blendenden Idealen
Die wie die Lichter eines Daimlers im Dämmerlicht erstrahlen
Von Zahlen auf Papier
Die sagen wir wären die
Die nun diesen Wald rehgieren
Wir sind es, die rehagieren müssen
Und das quasi jetzt sofort
Es gibt keinen besseren Ort
Als genau hier anzufangen
Nur diesmal hat es nicht gereicht
Das Reh wurde erfasst
Den Abzweig zu Eineinhalb Grad
Den haben wir verpasst
Das Reh schwer verletzt
Hat die Geschwindigkeit des Wagens einfach unterschätzt
Blutend auf der Straße
Liegt es nun so da
Denkt übers Leben nach
Und verdrängt, was gerad geschah
Dabei träumt das Reh von grünen Wiesen und von Wäldern
Vom kindlichen Erleben
Dem Erlebten und denen
Die es ihm nun nehmen
Und dann erscheint ein helles Licht
Doch immer noch erkennt es nicht
Wir alle
Sitzen hinterm Steuer
Haben die Möglichkeit zu lenken
Und genießen doch das Feuer
Genießen, wie um uns herum alles zu brennen beginnt
Genießen Wie das nächste Tal in den Fluten versinkt
Wir alle
Wir wissen Bescheid
Nur ist letztendlich kaum einer für den Umbruch bereit
Wie rehden zu viel
Doch machen so wenig
Ganz ehrlich
Ich verstehs nicht
Einen Unfall kann man nur vermeiden durch Abbremsen, Ausweichen und Umlenken
Und genau deshalb müssen wir umdenken
Stellt euch mal vor:
Was wenn weniger eigentlich mehr wäre
Und Normal, doch auch nur Durchschnitt?
Dann könnten wir alles verändern
Und Verzicht hieße nun Fortschritt
Weniger konsumieren, weniger in Business Calls telefonieren
Und dafür mehr Freizeit mit den Liebsten
Und Urlaub in der Heimat
Denn die kann man jetzt genießen
Kein lärmender Kohlebagger
Stattdessen Windrad auf dem lAcker
Und Nahrung gibts jetzt regional
Denn 4 Wochen alt vom Schiff
Warum war das je normal?
Klingt gut?
Nun das dachte das Reh auch
Es war fast schon so weit
Für den Umbruch bereit
War soweit gereist
Fast im nächsten Landkreis
Und stand doch zuletzt vereist
Das Ziel verloren aus dem Sinn
Die Augen leer
Hängendes Kinn
Und deshalb wünsch ich uns,
Dass wir das schätzen lernen
Das schätzen der Schätze
Die wir gerade viel zu leicht entbehren
Denn das Reh, das war geblendet
Und glaubte stets
Da gäbe es noch mehr
Technologieoffenheit, hin oder her
Jetzt verschmiert es auf dem Teer
Und wer jetzt aufspringt
Und aufschreit
Los Leute
Wir müssen’s rehanimieren
Die oder der wird es wohl nie kapieren
Lasst uns daher gemeinsam
Tun was wir können
Damit wir rechtzeitig
Vom Gaspedal
Und der Straße runterkommen
vielen Dank!